DAS PÄDAGOGISCHE KONZEPT DER EMMI PIKLER
Selbständige Bewegungsentwicklung in vorbereiteter Umgebung
Emmi Pikler, 1902 in Wien geboren, zog 1908 mit ihren Eltern nach Budapest, studierte später wiederum in Wien Medizin und erhielt ihre pädiatrische Fachausbildung an der Universitäts-Kinderklinik.
Der Entschluss, mit Ihrem Mann, einem Mathematiker und Pädagogen, dem ersten gemeinsamen Kind von Geburt an Gelegenheit zu selbständiger Bewegung, zu individuellen Spielen und zur Selbstinitiative zu geben, führte zu grundlegenden, in der damaligen Fachwelt neuen Beobachtungen:
* Säuglingen sind im allgemeinen zufrieden, friedlich, heiter und aktiv. Sie haben eine sehr gute Beziehung zu ihren Eltern und zu ihrer Umwelt.
* Die Bewegungsentwicklung der Kinder ist kontinuierlich.
* Kindern bereitet jede Phase der Bewegungsentwicklung, die ständige aktive Tätigkeit, das Experimentiern und Üben sichtbare Freude.
* Die Kinder bewegen sich schön und harmonisch. Ihre Bewegungen sind in der Regel weich, sicher, gut koordiniert und im Gleichgewicht.
Im Kehrschluss bedeutete dies, dass Kinder nicht zu Bewegung und Spiel angeregt werden müssen, und dass jedes Detail im Umgang und in der Umgebung des Kindes wichtig ist.
1946 wurde Emmi Pikler mit der Organisation und Leitung des Säuglingsinstitutes in Budapest in der Loczy-Strasse beauftragt, das sie bis 1979 leitete. Es wurde unter ihrer Führung durch seine Ergebnisse bei der Verhütung des Hospitalismus sowie durch die Herausgabe von Fachbüchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu einem international bekannten methodologischen Institut.
1984 starb Emmi Pikler nach kurzer, schwerer Krankheit in Budapest.
BETREUTE ELTERN - KLEINKIND - GRUPPE
Die betreute Eltern-Kleinkind-Gruppe gibt 5 - 7 Kindern im Alter zwischen 6 und 36 Monaten die Gelegenheit, sich in einer vorbereiteten Umgebung ungestört zu bewegen. Dabei ist die Beobachtung wichtig, dass die Kinder sich selbst mit Freude an der Aktivität und einem innerern Drang folgend kontinuierlich weiterentwikeln, ohne dass von aussen direkt eingegriffen wird. Vielmehr verstärkt die wohlwollende Aufmerksamkeit der Eltern die vertiefte Beschäftigung der Kinder bei ihrem Tun.
